235
Bewerbungen über Formular
3,00 €
je Bewerbung im Schnitt
0,69 €
in der besten Kampagne
3
besetzte Stellen
Die Ausgangslage
Drei Stellen waren offen: Lackierer, Karosseriebauer und eine Stelle im Büro. Gesucht wurde nicht zum ersten Mal – gefunden hatte sich bis dahin kaum jemand.
Technisch fehlte die Grundlage für jede Form von Werbung. Die Arbeitgeberprofile der Standorte liefen auf Kununu getrennt nebeneinander, wer den Namen suchte, landete in einem unübersichtlichen Bild. Auf der Website lag kein Pixel, es war also nicht messbar, wer sich Stellen ansieht. Der Business Manager war nicht sauber aufgesetzt, es gab keine Stelle, an der Bewerbungen zusammenlaufen.
Anzeigen hätten in dieser Lage Geld gekostet und nichts hinterlassen.
Zuerst zuhören, dann werben
Bevor eine einzige Anzeige lief, wurde im Betrieb gefragt. Eine anonyme Mitarbeiterbefragung, ausgewertet von außen, damit die Antworten ehrlich ausfallen. 35 Mitarbeiter haben geantwortet – 24 aus der Werkstatt, 11 aus Verwaltung, Annahme und Service.
Dazu kam eine Auswertung aller 55 Kununu-Bewertungen des Unternehmens: Was wird gelobt, was wird kritisiert, welche Themen kommen immer wieder.
Heraus kam eine Liste der Gründe, aus denen Menschen in dieser Branche ihren Arbeitgeber verlassen – und der Gründe, aus denen sie bleiben. Genau diese Sätze wurden zu den Überschriften der Anzeigen. Kein ausgedachter Slogan, sondern das, was die eigenen Leute gesagt haben. Die Auswertungen selbst bleiben im Betrieb, sie gehören dem Unternehmen und nicht in eine Fallstudie.
Das Fundament vor der ersten Anzeige
Erst danach wurde die Technik gebaut. Alles, was später Ergebnisse tragen sollte, stand vorher:
- Die getrennten Kununu-Profile der Standorte zu einem Arbeitgeberauftritt zusammengeführt
- Business Manager sauber aufgesetzt: zwei Administratoren statt einem, Domain verifiziert, Seiten und Instagram verknüpft, ein eigenes Werbekonto für die klare Zuordnung der Kosten
- Zwei getrennte Pixel – eines für die Website, eines ausschließlich für den Karrierebereich, damit Jobsuchende und Kunden nicht im selben Topf landen
- Eine eigene Landingpage je Stelle statt einer Sammelseite: Trigger und Frage am Anfang, dann Aufgaben in verständlicher Sprache, Team und Benefits
- Die Benefits zusammengetragen und aus dem Personaler-Deutsch in Klartext übersetzt
Die Kampagnen
Es liefen zwei Sorten Kampagnen nebeneinander, und beide hatten eine andere Aufgabe.
Die Engagement-Kampagnen liefen dauerhaft und regional. Sie zeigten Menschen bei der Arbeit, Situationen aus der Halle, Gesichter – keine Stellenangebote. Ihr Zweck ist, dass der Betrieb als Arbeitgeber bekannt ist, bevor jemand überhaupt an einen Wechsel denkt.
Die Bewerbungskampagnen liefen für Lackierer, Karosseriebauer und die Annahme. Das Formular lag direkt bei Meta, nicht auf einer Website – wer sich angesprochen fühlte, war mit wenigen Schritten durch, ohne Anschreiben und ohne Lebenslauf-Pflicht. Die Tagesbudgets lagen zwischen 15 und 25 €.
Das Ergebnis
Über die Bewerbungskampagnen gingen 235 Bewerbungen ein. Das eingesetzte Werbebudget dafür lag bei 704,44 € – macht 3,00 € je Bewerbung.
Die beste einzelne Kampagne brachte 80 Bewerbungen für 54,86 €. Das sind 0,69 € pro Bewerbung, bei einer Klickrate von 11,31 %. Auf die Karosseriebauer-Stelle kamen in einer einzigen Woche 12 Bewerbungen.
Besetzt wurden alle drei gesuchten Stellen: Lackierer, Karosseriebauer und die Stelle im Büro.
Der Vergleich im selben Werbekonto
Im selben Konto und im selben Zeitraum lief eine Kampagne, die Interessenten auf die Website schickte, statt das Formular direkt bei Meta anzubieten. Sie brachte 13 Kontakte und kostete 1.342,48 € – 103,27 € je Kontakt.
Gleiche Firma, gleiches Konto, gleicher Zeitraum. Der einzige Unterschied war die Länge des Weges bis zum Formular. Wer Bewerbungen sucht, sollte diesen Weg so kurz wie möglich halten – der Unterschied liegt hier beim Dreißigfachen.
Was daraus zu lernen ist
- Employer Branding kommt vor der Anzeige. Eine Anzeige kann nur einlösen, was der Betrieb wirklich bietet. Wer vorher nicht weiß, was seine eigenen Leute halten würde, wirbt ins Blaue.
- Der Weg zum Formular entscheidet über den Preis. 3,00 € gegen 103,27 € je Kontakt – im selben Konto, im selben Zeitraum.
- Ein kleines Tagesbudget reicht. 15 bis 25 € am Tag haben hier genügt. Entscheidend war nicht die Höhe, sondern dass Fundament, Botschaft und Weg gestimmt haben.
- Das Ziel war Unabhängigkeit. Der Betrieb sollte die Anzeigen am Ende selbst steuern können – nicht dauerhaft an einer Agentur hängen.
Eine Stellenanzeige kann nur einlösen, was der Betrieb wirklich bietet. Deshalb haben wir zuerst die eigenen Leute gefragt.
Was der Betrieb dazu sagt
Bereits in der ersten Zusammenarbeit hat uns besonders gefallen, dass alles verständlich erklärt und praxisnah umgesetzt wird. Ziel ist es, dass wir die Anzeigen künftig selbstständig steuern und optimieren können, anstatt dauerhaft von einer Agentur abhängig zu sein. Die Kommunikation ist unkompliziert, schnell und professionell.
Noel Kießling, Lackierzentrum Kießling – Google-Bewertung, Frühjahr 2026