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Branchenerhebung · August 2026

Wie sichtbar sind Deutschlands Kfz-Betriebe wirklich?

Wir haben 1.000 zufällig ausgewählte Werkstätten und Autohäuser geprüft: Hat der Betrieb eine eigene Website? Wie viele Bewertungen stehen bei Google? Sind Öffnungszeiten hinterlegt? Das Ergebnis zeigt eine Lücke – aber an einer anderen Stelle, als die Branche vermutet.

Der Rückstand hat einen Namen: die kleine Werkstatt

17,2 %

der Kfz-Betriebe haben keine eigene Website

Fehlerspanne ± 2,4 Prozentpunkte

21,2 %

der freien Werkstätten haben keine Website

bei Autohäusern sind es nur 12,2 %

32,3 %

bleiben unter 50 Google-Bewertungen

Jeder sechste Betrieb sogar unter 25

3,7 %

sind bei Google als dauerhaft geschlossen oder verzogen markiert

bei laufendem Betrieb

Bei jedem gemessenen Merkmal liegt die freie Werkstatt hinter dem Autohaus. Der Abstand ist ausgerechnet dort am größten, wo Sichtbarkeit nichts kostet: bei den Kundenbewertungen. Ein Autohaus kommt im Mittel auf fast doppelt so viele Stimmen wie eine Werkstatt.

Freie Werkstätten – 548 Betriebe in der Stichprobe

21,2 % ohne eigene Website. 20,6 % mit weniger als 25 Bewertungen. 69 Bewertungen im Median. Durchschnittsnote 4,68.

Autohäuser – 433 Betriebe in der Stichprobe

12,2 % ohne eigene Website. 14,3 % mit weniger als 25 Bewertungen. 129 Bewertungen im Median. Durchschnittsnote 4,59.

Ehrlich gesagt: die Website ist nicht mehr das Problem

82,8 Prozent der geprüften Betriebe haben eine eigene Website – deutlich mehr, als in der Branche gern behauptet wird. Der eigentliche Befund steckt eine Ebene tiefer: Fast jeder dritte Betrieb bleibt unter 50 Bewertungen, jeder sechste unter 25, und 1,7 Prozent haben überhaupt keine.

Sichtbarkeit entscheidet sich heute nicht mehr an der Frage, ob es eine Website gibt. Sie entscheidet sich daran, ob jemand im Betrieb die Kundenstimmen einsammelt – und ob der eigene Google-Eintrag gepflegt ist. Beides kostet kein Werbebudget, sondern Routine.

Im Osten und in Bayern fehlt die Website am häufigsten

Zugeordnet über den Postleitzahl-Leitbereich. Regionen mit weniger als 30 Betrieben in der Stichprobe sind nicht ausgewiesen. Wichtig: Bei den kleineren Teilstichproben ist die Fehlerspanne deutlich größer als bundesweit – die Reihenfolge ist eine Tendenz, kein Ranking.

Größte Lücke

  • Thüringen · 28,6 % ohne Website · Median 59 Bewertungen (n = 35)
  • Sachsen-Anhalt · 27,3 % · Median 94 (n = 33)
  • Bayern · 23,6 % · Median 58 (n = 140)
  • Nordrhein-Westfalen · 19,2 % · Median 126 (n = 208)
  • Niedersachsen · 18,3 % · Median 102 (n = 60)

Kleinste Lücke

  • Baden-Württemberg · 10,8 % ohne Website · Median 81 Bewertungen (n = 130)
  • Hessen · 14,5 % · Median 72 (n = 62)
  • Rheinland-Pfalz · 14,6 % · Median 83 (n = 41)
  • Schleswig-Holstein · 15,6 % · Median 122 (n = 32)
  • Sachsen · 17,1 % · Median 67 (n = 70)

Wie gemessen wurde

Vollständig offengelegt, damit jede Redaktion die Zahlen nachrechnen kann. Rohdaten und Auswertungsskript stellen wir auf Anfrage zur Verfügung.

  1. Grundgesamtheit

    25.610 Kfz-Betriebe der Kategorien Werkstatt und Autohaus aus einem OpenStreetMap-Auszug für Deutschland, Stand August 2026, mit Name und Ortsangabe.

  2. Stichprobe

    1.000 Betriebe, zufällig gezogen mit festem Startwert – die Ziehung ist dadurch exakt reproduzierbar.

  3. Messung

    Je Betrieb eine Abfrage der Google-Places-Datenbank mit Name, Straße, Postleitzahl und Ort. Erfasst wurden hinterlegte Website, Anzahl der Bewertungen, Durchschnittsnote, Öffnungszeiten und Betriebsstatus. Erhebungstag: 31. August 2026.

  4. Zuordnungsregel

    Als Treffer zählt ein Eintrag nur, wenn die gefundene Adresse die Postleitzahl oder den Ortsnamen enthält. 981 der 1.000 Betriebe erfüllten das und bilden die Auswertungsbasis. Die übrigen 19 gehen als „nicht eindeutig zuzuordnen“ ein, nicht als „unsichtbar“.

  5. Fehlerspanne

    ± 2,4 Prozentpunkte für die Kernaussage bei 95 Prozent statistischer Sicherheit. Für einzelne Regionen ist sie größer.

  6. Grenzen

    Gemessen wurde der Google-Datenbestand, nicht der gesamte Marktauftritt. Ein Betrieb ohne hinterlegte Website kann eine Facebook-Seite betreiben. Die Zuordnung zu Bundesländern über den Postleitzahl-Leitbereich ist an Landesgrenzen unscharf.

Ein Nebenbefund, der für alle Zahlen dieser Art gilt

In OpenStreetMap ist nur bei 46,7 Prozent der Betriebe eine Website eingetragen – tatsächlich haben 82,8 Prozent eine. Offene Kartendaten unterschätzen die digitale Sichtbarkeit also massiv und taugen allein nicht als Beleg. Wer eine Zahl zur Sichtbarkeit einer Branche liest, sollte immer nach der Quelle fragen.

Was ein Betrieb morgen früh damit anfangen kann

Drei Dinge aus dieser Erhebung lassen sich ohne Budget erledigen – die ersten beiden in einer Stunde.

  1. Den eigenen Eintrag prüfen

    3,7 Prozent der Betriebe stehen bei Google als geschlossen oder verzogen – bei laufendem Geschäft. Wer das nicht merkt, verliert jeden Anrufer, der vorher nachschaut. Einmal den eigenen Namen suchen und Öffnungszeiten, Telefonnummer und Status kontrollieren.

  2. Nach Bewertungen fragen

    Der größte gemessene Rückstand ist der billigste: Fast jeder dritte Betrieb bleibt unter 50 Stimmen. Wer bei jeder Fahrzeugübergabe fragt, hat das Feld in einem Jahr aufgeholt – ohne einen Euro Werbebudget.

  3. Nicht auf Laufkundschaft warten

    Sichtbarkeit bringt Anfragen von Leuten, die ohnehin suchen. Wer die Auslastung planbar machen will, braucht zusätzlich eigene Firmenkunden – das ist Vertrieb, nicht Marketing, und der findet nicht bei Google statt, sondern am Telefon.

Für Redaktionen

Die Erhebung darf mit Quellenangabe „Smoke and Luck GmbH, Erhebung August 2026“ zitiert werden. Rohdaten, Auswertungsskript und Grafiken stellen wir auf Anfrage zur Verfügung; für Rückfragen zur Methodik steht der Geschäftsführer zur Verfügung.

Pressekontakt: Christoph Brinke, Smoke and Luck GmbH, c.brinke@smokeandluck.de

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