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Vertrieb

Kundenakquise für Kfz-Gutachter: So gewinnst du Werkstätten, Kanzleien und Autohäuser als Auftraggeber

Viele Gutachtenaufträge entscheiden sich, bevor jemand googelt: am Tresen einer Werkstatt oder am Schreibtisch einer Kanzlei. So wirst du dort der Name, der fällt.

Christoph BrinkeChristoph Brinke
Geschäftsführer, Smoke and Luck
7 Minuten Lesezeit
Handschlag am Tresen einer Kfz-Werkstatt zwischen Inhaber und Partner

Kurz erklärt

Kundenakquise für Kfz-Gutachter heißt vor allem: regionale Auftraggeber gewinnen, die regelmäßig mit Geschädigten zu tun haben. Das sind Karosserie- und Lackierbetriebe, freie Werkstätten, Autohäuser, Verkehrsrechtskanzleien und Abschleppdienste. Sie nennen ein Büro, das sie persönlich kennen, das erreichbar ist und schnell besichtigt. Gewonnen werden sie über eine Liste, den persönlichen Besuch, einen sauberen ersten Fall und festes Nachfassen.

Wer dir Aufträge schickt, bevor ein Geschädigter googelt

Christoph Brinke hat als Lackierer und als Kfz-Sachverständiger auf beiden Seiten des Tresens gestanden. Von dort sieht man etwas, das in keiner Suchstatistik auftaucht: Ein großer Teil der Geschädigten fragt zuerst jemanden, dem er vertraut. Die Werkstatt, in der das Auto steht. Den Anwalt, den ein Freund empfohlen hat. Den Fahrer des Abschleppwagens. Wer dort als zuverlässiges Büro bekannt ist, bekommt den Anruf, ohne dass der Geschädigte je eine Suchmaschine öffnet.

AuftraggeberWann der Kontakt entstehtWas er von dir braucht
Karosserie- und LackierbetriebDer Kunde steht mit dem Unfallschaden an der AnnahmeSchnelle Besichtigung im Betrieb, verständliches Gutachten, kein Ärger mit dem Kunden
Freie WerkstattEin Stammkunde hatte einen Unfall und fragt, was jetzt zu tun istEinen Namen, den sie ohne Bauchweh weitergeben kann
AutohausUnfall eines Kunden, Inzahlungnahme mit Vorschaden, RückläuferFeste Ansprechperson und klare Fristen
VerkehrsrechtskanzleiEin Mandant meldet sich nach dem UnfallGutachten, die vollständig und nachvollziehbar sind
AbschleppdienstDirekt am Unfallort oder auf dem HofErreichbarkeit auch am späten Nachmittag
Fuhrpark, Leasingnehmer mit mehreren FahrzeugenSchäden im laufenden Betrieb, Rückgabe am VertragsendePlanbare Termine und Beweissicherung vor der Rückgabe
Regionale Auftraggeber für Kfz-Sachverständige und was sie erwarten

Die Entscheidung trifft am Ende der Geschädigte. Bei einem unverschuldeten Unfall wählt er den Gutachter in der Regel selbst. Der Partner nennt nur einen Namen. Umso wichtiger ist, dass dieser Name ihm einfällt. Dieser Beitrag behandelt nur die Gewinnung solcher Partner. Wie du Geschädigte direkt erreichst, steht im Beitrag Werbung für Kfz-Gutachter, wie du über Google gefunden wirst, im Beitrag SEO für Kfz-Gutachter.

Schritt 1: Die Liste. Dreißig Namen im Einzugsgebiet

Akquise beginnt nicht am Telefon, sondern an einer Liste. Dreißig Namen sind ein guter Start: genug für einen Rhythmus, wenig genug, um jeden persönlich zu kennen. Zieh die Grenze nach Fahrzeit, nicht nach Landkreis. Ein Betrieb, den du in zwanzig Minuten erreichst, ist mehr wert als drei, für die du eine Stunde brauchst.

  • Deine eigene Auftragsliste: Wer hat in den letzten zwölf Monaten schon einmal einen Kunden geschickt?
  • Google Maps mit den Suchbegriffen Karosseriebau, Lackiererei, Autowerkstatt und Autohaus rund um dein Büro.
  • Die Anwaltssuche der Arbeitsgemeinschaft Verkehrsrecht im Deutschen Anwaltverein, gefiltert nach deinem Ort.
  • Abschleppdienste mit Sitz im Gebiet, oft mit eigenem Hof für Unfallfahrzeuge.
  • Firmen mit sichtbarem Fuhrpark: Pflegedienste, Handwerksbetriebe, Lieferdienste.
GruppeWer hineingehörtWie oft du dich meldest
ASchickt schon Kunden oder hat viel Schadengeschäft in kurzer FahrzeitPersönlich, etwa jedes Quartal
BPasst fachlich, kennt dich noch nichtErstbesuch, danach zweimal im Jahr
CWenig Schadengeschäft oder weit wegUnterlage per Post, Besuch bei Gelegenheit
Einteilung der Liste in drei Gruppen

Schritt 2: Der Anlass. Warum du heute vorbeikommst

„Ich wollte mich mal vorstellen“ ist kein Anlass, sondern eine Unterbrechung. Ein guter Anlass bringt dem Partner etwas, das ihm Arbeit abnimmt. Für jede Art von Auftraggeber sieht er anders aus.

AuftraggeberAnlass für den Besuch
Karosserie- und LackierbetriebEin einseitiges Merkblatt für Geschädigte, das an der Annahme liegen kann: was nach dem Unfall zu tun ist und wer anruft
AutohausBeweissicherung vor der Leasingrückgabe als Angebot für die eigenen Kunden des Hauses
VerkehrsrechtskanzleiEine feste Rückrufzeit für Mandanten und ein Ansprechpartner für Rückfragen zum Gutachten
AbschleppdienstEine Nummer, unter der du bis zu einer festen Uhrzeit erreichbar bist
FuhrparkEin Termin je Quartal für alle offenen Schäden, statt Einzelanrufe
Anlässe, die einem Partner Arbeit abnehmen

Schritt 3: Der Besuch. Zehn Minuten am Tresen statt Flyer im Briefkasten

Geh selbst. Ein Partner empfiehlt einen Menschen, kein Logo. Komm nicht in der vollen Annahme am Morgen, sondern frag kurz telefonisch, wann zehn Minuten passen. Bring ein Blatt mit, nicht einen Prospekt: Rückrufzeit, Einsatzgebiet, Gutachtenarten, eine Nummer für Partner. Und dann frag mehr, als du erzählst.

  • „Wie läuft das bei euch, wenn ein Kunde mit einem Haftpflichtschaden kommt?“
  • „Was nervt euch an der Zusammenarbeit mit Gutachtern?“
  • „Wer bei euch entscheidet, wen ihr nennt?“
  • „Wie erreicht man euch am besten, wenn ich einen Termin bei euch im Hof brauche?“

Wie stark persönliche Besuche wirken, haben wir mit einem Karosseriebetrieb im Saarland erlebt. In der Fallstudie Palumbo sind wir gemeinsam mit dem Betrieb an mehreren Tagen jeweils über zehn Versicherungsagenturen abgefahren. Die wichtigsten Erkenntnisse kamen aus den Gesprächen am Schreibtisch, nicht aus einer Auswertung am Rechner. Für ein Gutachterbüro gilt dasselbe Prinzip, nur mit anderen Partnern.

Schritt 4: Der erste Fall ist eine Prüfung

Nach dem Besuch kommt irgendwann der erste Kunde mit deinem Namen. An diesem Fall entscheidet der Partner, ob er dich wieder nennt. Er misst dich nicht am Gutachten, das liest er selten. Er misst dich daran, ob sein Kunde sich beschwert hat.

  1. Rückruf wie versprochen

    Die Zeit, die auf deinem Blatt steht, gilt. Wer zwei Stunden verspricht und am nächsten Tag anruft, war einmal Partner.

  2. Besichtigung ohne Umweg

    Wenn möglich dort, wo das Fahrzeug steht, also im Hof des Partners. Das spart dem Kunden eine Fahrt und dem Betrieb einen Rangiervorgang.

  3. Rückmeldung an den Partner

    Eine kurze Nachricht, wenn das Gutachten raus ist, ohne Inhalte, die nur den Kunden angehen.

  4. Danke sagen

    Ein Anruf nach dem ersten Fall. Kein Geschenk, ein Satz.

Was du nicht anbieten solltest

Keine Prämie für vermittelte Aufträge und keine Zusage zur Höhe einer Entschädigung. Dein Kapital ist die Unabhängigkeit, und jede Gegenleistung macht ein Gutachten angreifbar. Ob eine bestimmte Form der Zusammenarbeit zulässig ist, klärt im Einzelfall dein Berufsverband oder ein Anwalt. Dieser Hinweis ist keine Rechtsberatung.

Schritt 5: Nachfassen, ohne zu nerven

Ein Besuch allein reicht selten. Der Partner hat dich nach drei Wochen vergessen, wenn nichts nachkommt. Ein fester Rhythmus verhindert das, und er gilt auch für Partner, die schon schicken.

ZeitpunktWas passiertWozu
Woche 1Besuch mit Blatt und AnlassGesicht zum Namen
Woche 2 bis 3Kurzer Anruf: Ist das Merkblatt angekommen, liegt es an der Annahme?Erinnerung ohne Verkaufsgespräch
Nach dem ersten FallDank und RückmeldungVertrauen festigen
Jedes Quartal (Gruppe A)Besuch mit neuem Anlass, etwa neue Erreichbarkeit oder ein neues MerkblattPräsent bleiben
Zweimal im Jahr (Gruppe B)Anruf oder BesuchAus B wird A
Nachfass-Rhythmus für Partner eines Gutachterbüros

Darf man Betriebe einfach anrufen? Gegenüber Unternehmen ist ein Werbeanruf erlaubt, wenn zumindest eine mutmaßliche Einwilligung vorliegt, also ein erkennbares Interesse an deinem Angebot zu vermuten ist. Bei Verbrauchern braucht es eine ausdrückliche Einwilligung (§ 7 Abs. 2 UWG). Ob das im Einzelfall vorliegt, ist eine Rechtsfrage; der persönliche Besuch mit Anlass umgeht sie ohnehin.

Messen: Wer schickt wie viele Aufträge?

Ohne Zahlen wird die Liste zur Gefühlssache. Eine Spalte reicht: In deiner Auftragsliste steht bei jedem neuen Auftrag, wer den Kunden geschickt hat. Am Monatsende zählst du je Partner. Nach drei Monaten siehst du, welche Besuche Aufträge gebracht haben, welche Gruppe-B-Betriebe zu Gruppe A geworden sind und bei wem du nachlegen musst.

Wie du diese Zahl mit Website, Google und Werbung zu einem Gesamtbild verbindest, steht im Beitrag Marketingkonzept für Kfz-Gutachter. Den ganzen Weg der Kundengewinnung für Sachverständige zeigt die Seite Marketing für Kfz-Gutachter. Und wie wir solche Partnerschaften für Kfz-Betriebe aufbauen, steht auf der Seite regionaler Vertrieb.

Mehr Aufträge über regionale Partner?

Wir gehen deine Liste mit dir durch und legen fest, wen du zuerst besuchst.

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Christoph Brinke, Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH

Über den Autor

Christoph Brinke

Gelernter Lackierer, Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm. Er baut für Kfz-Betriebe Marketing, regionalen Vertrieb und Recruiting auf.

Antworten

Häufige Fragen zu Vertrieb

Wie gewinnt ein Kfz-Gutachter neue Auftraggeber?

Über eine Liste regionaler Partner, die regelmäßig mit Geschädigten zu tun haben, einen persönlichen Besuch mit einem Anlass, der dem Partner Arbeit abnimmt, einen sauberen ersten Fall und festes Nachfassen. Die Herkunft jedes Auftrags hältst du in einer Spalte fest, damit du siehst, wer schickt.

Welche Partner kommen für einen Kfz-Sachverständigen infrage?

Karosserie- und Lackierbetriebe, freie Werkstätten, Autohäuser, Verkehrsrechtskanzleien, Abschleppdienste und Firmen mit Fuhrpark. Entscheidend ist, dass sie regelmäßig mit Unfall- oder Bewertungsfällen in deinem Einzugsgebiet zu tun haben.

Darf ein Gutachter Werkstätten für Empfehlungen belohnen?

Davon raten wir ab. Die Unabhängigkeit ist das wichtigste Gut eines Sachverständigen, und eine Gegenleistung für vermittelte Aufträge stellt sie in Frage. Ob eine bestimmte Form der Zusammenarbeit zulässig ist, klärt im Einzelfall dein Berufsverband oder ein Anwalt.

Wie oft sollte ich einen Partner besuchen?

Partner, die schon Kunden schicken, etwa jedes Quartal mit einem neuen Anlass. Betriebe, die dich noch nicht kennen, nach dem Erstbesuch zweimal im Jahr. Dazwischen hält ein kurzer Anruf den Kontakt warm.

Darf ich Werkstätten und Autohäuser kalt anrufen?

Gegenüber Unternehmen ist ein Werbeanruf nach § 7 Abs. 2 UWG erlaubt, wenn zumindest eine mutmaßliche Einwilligung vorliegt. Bei Verbrauchern braucht es eine ausdrückliche Einwilligung. Das ist keine Rechtsberatung. In der Praxis wirkt ein persönlicher Besuch mit konkretem Anlass ohnehin stärker als ein Anruf.

Dein nächster Schritt

Wir setzen das für deinen Betrieb um

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