Kurz erklärt
Azubis findet ein Kfz-Betrieb vor allem über Praktika, Kontakte zu Schulen, die eigenen Auszubildenden und eine Ansprache, die auch die Eltern erreicht. Nachwuchswerbung beginnt deshalb rund ein Jahr vor dem Ausbildungsstart, zeigt echte Einblicke in die Halle und macht die Bewerbung so einfach wie eine Nachricht. Lehrstellenbörsen von Handwerkskammer, IHK und Arbeitsagentur gehören dazu, reichen allein aber selten.
Wer über eine Ausbildung entscheidet
Ein Fünfzehnjähriger unterschreibt keinen Ausbildungsvertrag allein. Er fragt seine Eltern, hört auf Freunde und folgt manchmal dem Tipp eines Lehrers. Nachwuchswerbung, die nur Jugendliche anspricht, erreicht deshalb nur einen Teil der Entscheidung. Jede dieser Gruppen achtet auf etwas anderes.
| Wer | Worauf er achtet | Wo du ihn erreichst |
|---|---|---|
| Jugendliche | Kollegen im ähnlichen Alter, Autos, Technik, Freizeit am Wochenende | Praktikum, Instagram und TikTok über eigene Azubis, Schule |
| Eltern | Sicherheit, Zukunft des Berufs, ein seriöser Betrieb | Facebook, Lokalzeitung, Elternabend, Kennenlerntag |
| Lehrer und Berufsberatung | Verlässliche Praktikumsplätze, Betriebe, die sich kümmern | Direkter Kontakt zur Schule, Betriebserkundung |
| Freunde und Geschwister | Was jemand aus dem Betrieb erzählt | Deine Azubis, ihre Beiträge, ihr Wort |
Für Kfz-Betriebe geht es meist um Kfz-Mechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Fahrzeuglackierer und im Autohaus um Automobilkaufleute. Für jeden dieser Berufe lohnt sich ein eigener kurzer Text, der in einfachen Worten erklärt, was man dort den ganzen Tag macht.
Das Praktikum als stärkstes Werbemittel
Wer zwei Wochen in deiner Halle stand, weiß, ob er dorthin passt. Und du weißt es auch. Das Praktikum ersetzt das Bewerbungsgespräch, die Anzeige und das Hochglanzvideo zugleich, wenn es gut gemacht ist. Wird der Praktikant dagegen zum Fegen und Reifenschleppen eingesetzt, erzählt er das in seiner Klasse weiter.
Praktikumsplätze sichtbar machen
Auf der Website, bei den Schulen in der Umgebung und in der Lehrstellenbörse. Mit festen Zeiträumen und einem Ansprechpartner.
Einen festen Ablauf planen
Erster Tag: Sicherheit, Rundgang, Pate aus dem Team. Danach jeden Tag eine echte, kleine Aufgabe, die der Praktikant selbst erledigt.
Ein Ergebnis zum Mitnehmen
Ein Bauteil, das er selbst lackiert hat, ein Foto mit dem Fahrzeug, an dem er mitgearbeitet hat. Das zeigt er zu Hause.
Ein Abschlussgespräch
Was hat dir gefallen, was nicht? Wer passt, bekommt das Angebot für einen Ferienjob oder ein zweites Praktikum.
Kontakt halten
Telefonnummer, Einladung zum Sommerfest, eine Nachricht vor der Bewerbungsphase. Wer sich meldet, wird nicht vergessen.
Schulen, Aktionstage und Lehrstellenbörsen
Die meisten Schulen haben eine Lehrkraft für Berufsorientierung. Sie sucht Betriebe, die Schüler aufnehmen, Klassen durch die Halle führen oder im Unterricht von ihrem Beruf erzählen. Ein Anruf bei den Schulen im Umkreis ist oft der Anfang einer Zusammenarbeit, die über Jahre Bewerber bringt.
- Den Schulen im Umkreis Praktikumsplätze und eine Betriebserkundung für eine Klasse anbieten.
- Am Girls'Day und Boys'Day teilnehmen, dem bundesweiten Aktionstag zur Berufsorientierung im Frühjahr.
- Bei der Handwerkskammer nach Programmen fragen, in denen Auszubildende als Botschafter in Schulen gehen.
- Regionale Ausbildungsmessen auswählen, auf denen die eigenen Azubis den Stand betreuen.
- Den Ausbildungsplatz in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer, der IHK-Lehrstellenbörse für kaufmännische Berufe und in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit eintragen.
Die Lehrstellenbörsen sind Pflicht, weil Eltern und Berufsberater dort nachsehen. Allein bringen sie selten genug Bewerbungen, weil dort jeder Betrieb gleich aussieht. Der Unterschied entsteht beim Praktikum und bei dem, was deine Azubis erzählen.
Die Bewerbung so einfach wie eine Nachricht
Viele Jugendliche haben noch nie ein Anschreiben verfasst und schieben es deshalb vor sich her. Mach den ersten Schritt so einfach, dass er in zwei Minuten erledigt ist: eine Nachricht per WhatsApp oder ein Kurzformular mit Name, Telefon, Schule, Wunschberuf und Praktikumswunsch. Zeugnisse kommen später, beim Kennenlernen.
Antworte innerhalb von zwei Werktagen und lade zum Kennenlernen ein, gern zusammen mit den Eltern. Ein Rundgang mit dem Meister und ein Gespräch mit einem Azubi überzeugen mehr als jede Broschüre. Wie eine Kurzbewerbung für Fachkräfte aufgebaut ist, zeigt der Beitrag Jobkampagne auf Facebook und Instagram; für Azubis gilt dieselbe Logik mit noch weniger Feldern.
Der Jahresplan für Nachwuchswerbung
Die Ausbildung beginnt meistens am 1. August oder 1. September. Gesucht wird aber viel früher. Wer erst im Frühjahr anfängt, findet die Guten schon vergeben. Dieser Plan ist ein Vorschlag, den du an die Ferien deines Bundeslands anpasst.
| Zeitraum | Was du tust |
|---|---|
| September bis November | Praktikumsplätze für das Schuljahr anbieten, Schulen anrufen, Ausbildungsmessen besuchen |
| Dezember bis Februar | Ausbildungsplätze für das nächste Jahr in die Lehrstellenbörsen eintragen, ehemalige Praktikanten anschreiben |
| März und April | Girls'Day und Boys'Day, Probetage, Anzeige an Eltern in der Region |
| Mai bis Juli | Zusagen, Ausbildungsvertrag, Kontakt halten bis zum Start, etwa mit einer Einladung zum Sommerfest |
| August und September | Erste Woche mit Pate planen, neue Azubis stellen sich auf Social Media vor |
Zwischen Vertrag und Ausbildungsstart springen manche Jugendliche wieder ab, weil sich niemand meldet und ein anderes Angebot kommt. Ein Anruf im Juni und eine Einladung in den Betrieb schließen diese Lücke. Warum die eigene Ausbildung der sicherste Weg zu Fachkräften bleibt, beschreibt der Ratgeber Kfz-Recruiting: Fachkräfte finden. Und wie du gute Leute im Betrieb hältst, steht unter Mitarbeiterbindung in der Werkstatt.
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Über den Autor
Christoph Brinke
Gelernter Lackierer, Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm. Er baut für Kfz-Betriebe Marketing, regionalen Vertrieb und Recruiting auf.






Social Media: deine Azubis zeigen es besser als du
Ein Video, in dem der Chef erklärt, wie toll die Ausbildung ist, überzeugt keinen Fünfzehnjährigen. Ein Video, in dem ein Azubi im zweiten Lehrjahr zeigt, was er diese Woche gelernt hat, schon. Gib deinen Azubis eine feste Rolle in deinem Social-Media-Auftritt. Was eine Arbeitgebermarke im Werkstattalltag ausmacht, gilt für Azubis genauso wie für Gesellen; mehr dazu im Beitrag Employer Branding für Werkstätten.
Zwei Regeln gehören dazu. Bei Fotos und Videos von Minderjährigen braucht es in der Regel die Einwilligung der Eltern, schriftlich und mit Datum. Und Werbeanzeigen an Jugendliche unter 18 sind bei Meta stark eingeschränkt. Die bezahlte Anzeige richtet sich deshalb besser an Eltern in der Region, etwa mit der Frage, ob ihr Kind noch einen Ausbildungsplatz sucht. Die Jugendlichen erreichst du über die Beiträge deiner Azubis. Wie wir Recruiting über Facebook und Instagram für Kfz-Betriebe aufbauen, steht auf der Seite Social Recruiting für Kfz-Betriebe.