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Recruiting

Nachwuchswerbung in der Kfz-Branche: So findest du Azubis für deinen Betrieb

Azubis entscheiden nicht allein. Wer nur Jugendliche anspricht, vergisst Eltern, Lehrer und die Freunde aus der Klasse.

Christoph BrinkeChristoph Brinke
Geschäftsführer, Smoke and Luck
7 Minuten Lesezeit
Junger Kfz-Mechatroniker mit Drehmomentschlüssel vor Funkenflug

Kurz erklärt

Azubis findet ein Kfz-Betrieb vor allem über Praktika, Kontakte zu Schulen, die eigenen Auszubildenden und eine Ansprache, die auch die Eltern erreicht. Nachwuchswerbung beginnt deshalb rund ein Jahr vor dem Ausbildungsstart, zeigt echte Einblicke in die Halle und macht die Bewerbung so einfach wie eine Nachricht. Lehrstellenbörsen von Handwerkskammer, IHK und Arbeitsagentur gehören dazu, reichen allein aber selten.

Wer über eine Ausbildung entscheidet

Ein Fünfzehnjähriger unterschreibt keinen Ausbildungsvertrag allein. Er fragt seine Eltern, hört auf Freunde und folgt manchmal dem Tipp eines Lehrers. Nachwuchswerbung, die nur Jugendliche anspricht, erreicht deshalb nur einen Teil der Entscheidung. Jede dieser Gruppen achtet auf etwas anderes.

WerWorauf er achtetWo du ihn erreichst
JugendlicheKollegen im ähnlichen Alter, Autos, Technik, Freizeit am WochenendePraktikum, Instagram und TikTok über eigene Azubis, Schule
ElternSicherheit, Zukunft des Berufs, ein seriöser BetriebFacebook, Lokalzeitung, Elternabend, Kennenlerntag
Lehrer und BerufsberatungVerlässliche Praktikumsplätze, Betriebe, die sich kümmernDirekter Kontakt zur Schule, Betriebserkundung
Freunde und GeschwisterWas jemand aus dem Betrieb erzähltDeine Azubis, ihre Beiträge, ihr Wort
Die vier Gruppen hinter einer Ausbildungsentscheidung

Für Kfz-Betriebe geht es meist um Kfz-Mechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, Fahrzeuglackierer und im Autohaus um Automobilkaufleute. Für jeden dieser Berufe lohnt sich ein eigener kurzer Text, der in einfachen Worten erklärt, was man dort den ganzen Tag macht.

Das Praktikum als stärkstes Werbemittel

Wer zwei Wochen in deiner Halle stand, weiß, ob er dorthin passt. Und du weißt es auch. Das Praktikum ersetzt das Bewerbungsgespräch, die Anzeige und das Hochglanzvideo zugleich, wenn es gut gemacht ist. Wird der Praktikant dagegen zum Fegen und Reifenschleppen eingesetzt, erzählt er das in seiner Klasse weiter.

  1. Praktikumsplätze sichtbar machen

    Auf der Website, bei den Schulen in der Umgebung und in der Lehrstellenbörse. Mit festen Zeiträumen und einem Ansprechpartner.

  2. Einen festen Ablauf planen

    Erster Tag: Sicherheit, Rundgang, Pate aus dem Team. Danach jeden Tag eine echte, kleine Aufgabe, die der Praktikant selbst erledigt.

  3. Ein Ergebnis zum Mitnehmen

    Ein Bauteil, das er selbst lackiert hat, ein Foto mit dem Fahrzeug, an dem er mitgearbeitet hat. Das zeigt er zu Hause.

  4. Ein Abschlussgespräch

    Was hat dir gefallen, was nicht? Wer passt, bekommt das Angebot für einen Ferienjob oder ein zweites Praktikum.

  5. Kontakt halten

    Telefonnummer, Einladung zum Sommerfest, eine Nachricht vor der Bewerbungsphase. Wer sich meldet, wird nicht vergessen.

Schulen, Aktionstage und Lehrstellenbörsen

Die meisten Schulen haben eine Lehrkraft für Berufsorientierung. Sie sucht Betriebe, die Schüler aufnehmen, Klassen durch die Halle führen oder im Unterricht von ihrem Beruf erzählen. Ein Anruf bei den Schulen im Umkreis ist oft der Anfang einer Zusammenarbeit, die über Jahre Bewerber bringt.

  • Den Schulen im Umkreis Praktikumsplätze und eine Betriebserkundung für eine Klasse anbieten.
  • Am Girls'Day und Boys'Day teilnehmen, dem bundesweiten Aktionstag zur Berufsorientierung im Frühjahr.
  • Bei der Handwerkskammer nach Programmen fragen, in denen Auszubildende als Botschafter in Schulen gehen.
  • Regionale Ausbildungsmessen auswählen, auf denen die eigenen Azubis den Stand betreuen.
  • Den Ausbildungsplatz in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer, der IHK-Lehrstellenbörse für kaufmännische Berufe und in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit eintragen.

Die Lehrstellenbörsen sind Pflicht, weil Eltern und Berufsberater dort nachsehen. Allein bringen sie selten genug Bewerbungen, weil dort jeder Betrieb gleich aussieht. Der Unterschied entsteht beim Praktikum und bei dem, was deine Azubis erzählen.

Social Media: deine Azubis zeigen es besser als du

Ein Video, in dem der Chef erklärt, wie toll die Ausbildung ist, überzeugt keinen Fünfzehnjährigen. Ein Video, in dem ein Azubi im zweiten Lehrjahr zeigt, was er diese Woche gelernt hat, schon. Gib deinen Azubis eine feste Rolle in deinem Social-Media-Auftritt. Was eine Arbeitgebermarke im Werkstattalltag ausmacht, gilt für Azubis genauso wie für Gesellen; mehr dazu im Beitrag Employer Branding für Werkstätten.

  • Mein erster Tag: was ich erwartet habe und was dann kam.
  • Was ich diese Woche gelernt habe, in 30 Sekunden.
  • Mein Prüfungsstück, vorher und nachher.
  • Ein Fehler, aus dem ich etwas gelernt habe.
  • Frag den Azubi: Fragen aus den Kommentaren beantworten.

Zwei Regeln gehören dazu. Bei Fotos und Videos von Minderjährigen braucht es in der Regel die Einwilligung der Eltern, schriftlich und mit Datum. Und Werbeanzeigen an Jugendliche unter 18 sind bei Meta stark eingeschränkt. Die bezahlte Anzeige richtet sich deshalb besser an Eltern in der Region, etwa mit der Frage, ob ihr Kind noch einen Ausbildungsplatz sucht. Die Jugendlichen erreichst du über die Beiträge deiner Azubis. Wie wir Recruiting über Facebook und Instagram für Kfz-Betriebe aufbauen, steht auf der Seite Social Recruiting für Kfz-Betriebe.

Die Bewerbung so einfach wie eine Nachricht

Viele Jugendliche haben noch nie ein Anschreiben verfasst und schieben es deshalb vor sich her. Mach den ersten Schritt so einfach, dass er in zwei Minuten erledigt ist: eine Nachricht per WhatsApp oder ein Kurzformular mit Name, Telefon, Schule, Wunschberuf und Praktikumswunsch. Zeugnisse kommen später, beim Kennenlernen.

Antworte innerhalb von zwei Werktagen und lade zum Kennenlernen ein, gern zusammen mit den Eltern. Ein Rundgang mit dem Meister und ein Gespräch mit einem Azubi überzeugen mehr als jede Broschüre. Wie eine Kurzbewerbung für Fachkräfte aufgebaut ist, zeigt der Beitrag Jobkampagne auf Facebook und Instagram; für Azubis gilt dieselbe Logik mit noch weniger Feldern.

Der Jahresplan für Nachwuchswerbung

Die Ausbildung beginnt meistens am 1. August oder 1. September. Gesucht wird aber viel früher. Wer erst im Frühjahr anfängt, findet die Guten schon vergeben. Dieser Plan ist ein Vorschlag, den du an die Ferien deines Bundeslands anpasst.

ZeitraumWas du tust
September bis NovemberPraktikumsplätze für das Schuljahr anbieten, Schulen anrufen, Ausbildungsmessen besuchen
Dezember bis FebruarAusbildungsplätze für das nächste Jahr in die Lehrstellenbörsen eintragen, ehemalige Praktikanten anschreiben
März und AprilGirls'Day und Boys'Day, Probetage, Anzeige an Eltern in der Region
Mai bis JuliZusagen, Ausbildungsvertrag, Kontakt halten bis zum Start, etwa mit einer Einladung zum Sommerfest
August und SeptemberErste Woche mit Pate planen, neue Azubis stellen sich auf Social Media vor
Jahresplan für Nachwuchswerbung im Kfz-Betrieb, als Vorschlag

Zwischen Vertrag und Ausbildungsstart springen manche Jugendliche wieder ab, weil sich niemand meldet und ein anderes Angebot kommt. Ein Anruf im Juni und eine Einladung in den Betrieb schließen diese Lücke. Warum die eigene Ausbildung der sicherste Weg zu Fachkräften bleibt, beschreibt der Ratgeber Kfz-Recruiting: Fachkräfte finden. Und wie du gute Leute im Betrieb hältst, steht unter Mitarbeiterbindung in der Werkstatt.

Du suchst Azubis für das nächste Ausbildungsjahr?

Wir schauen gemeinsam, wie dein Betrieb Jugendliche und Eltern in der Region erreicht.

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Christoph Brinke, Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH

Über den Autor

Christoph Brinke

Gelernter Lackierer, Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm. Er baut für Kfz-Betriebe Marketing, regionalen Vertrieb und Recruiting auf.

Antworten

Häufige Fragen zu Recruiting

Wie finde ich Azubis für meine Kfz-Werkstatt?

Vor allem über Praktika, Kontakte zu Schulen in der Umgebung, die eigenen Auszubildenden als Botschafter und eine Ansprache, die auch die Eltern erreicht. Dazu gehört der Eintrag in die Lehrstellenbörsen. Entscheidend ist, früh anzufangen und die Bewerbung so einfach wie eine Nachricht zu machen.

Wann sollte ein Kfz-Betrieb mit der Azubi-Suche beginnen?

Rund ein Jahr vor dem Ausbildungsstart. Praktika laufen im Schuljahr davor, die Bewerbungsphase für einen Start im August oder September liegt meist zwischen Herbst und Frühjahr. Wer erst kurz vor dem Sommer sucht, findet die meisten Bewerber schon vergeben.

Wo trage ich einen Ausbildungsplatz in der Kfz-Branche ein?

Für Handwerksberufe wie Kfz-Mechatroniker, Karosseriebauer oder Fahrzeuglackierer in der Lehrstellenbörse der Handwerkskammer, für kaufmännische Berufe wie Automobilkaufleute in der IHK-Lehrstellenbörse und zusätzlich in der Jobsuche der Bundesagentur für Arbeit. Dazu gehört eine eigene Karriereseite auf der Website.

Lohnt sich Social Media für die Azubi-Suche?

Ja, wenn die eigenen Azubis zeigen, wie die Ausbildung wirklich aussieht. Bezahlte Anzeigen an Jugendliche unter 18 sind bei Meta stark eingeschränkt, deshalb richten sich Anzeigen besser an Eltern in der Region. Bei Fotos von Minderjährigen braucht es in der Regel die Einwilligung der Eltern.

Wie überzeuge ich die Eltern von einer Ausbildung in meinem Betrieb?

Mit einer Einladung in den Betrieb, einem ehrlichen Rundgang und einem Gespräch mit einem Azubi. Eltern achten auf Sicherheit, Zukunft des Berufs und einen Betrieb, der sich kümmert. Ein fester Ansprechpartner und ein klarer Ablauf für die ersten Wochen zeigen das besser als jede Broschüre.

Dein nächster Schritt

Wir setzen das für deinen Betrieb um

Im Erstgespräch schauen wir uns deine Ausgangslage an und sagen dir, welche Schritte sich für dich lohnen.

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