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Strategie

Marketingziele im Autohaus: je Geschäftsfeld ein Ziel, eine Zielgruppe und eine Zahl

„Mehr Sichtbarkeit“ ist kein Ziel. Wie ein Autohaus für Verkauf, Werkstatt und Recruiting Ziele setzt, die man am Monatsende nachzählen kann.

Christoph BrinkeChristoph Brinke
Geschäftsführer, Smoke and Luck
6 Minuten Lesezeit
Leuchtende Übersicht auf einem Bildschirm im Kfz-Betrieb

Kurz erklärt

Marketingziele im Autohaus werden je Geschäftsfeld getrennt festgelegt: Fahrzeugverkauf, Werkstatt und Service, Recruiting. Jedes Ziel nennt eine Zielgruppe, eine Kennzahl, einen Ausgangswert, einen Zielwert, eine Frist und eine verantwortliche Person. Gemessen wird nicht an Reichweite, sondern an Fahrzeuganfragen, Probefahrten, Werkstattterminen und passenden Bewerbungen. Ein Ziel ohne Ausgangswert ist ein Wunsch.

Warum ein Autohaus nie nur ein Marketingziel hat

Im Autohaus arbeiten mindestens zwei Betriebe unter einem Dach: der Verkauf, der Fahrzeuge bewegt, und die Werkstatt, die Termine füllt. Dazu kommt fast überall die Suche nach Personal. Jeder dieser Bereiche hat andere Kunden, andere Entscheidungswege und andere Zahlen. Wer ein einziges Marketingziel für alles setzt, bekommt eine Kampagne, die allen ein bisschen gefällt und keinem Bereich nachweisbar hilft.

Die Seite Autohaus-Marketing zeigt, wie wir Verkauf, Werkstatt und Recruiting in einer Strategie verbinden. Dieser Beitrag geht einen Schritt davor: Wie legst du Ziele fest, an denen du diese Strategie später misst?

Vom Unternehmensziel zum Marketingziel zur Maßnahme

Ein Marketingziel hängt immer an einem Ziel des Betriebs. Es beschreibt, welches Verhalten bei welcher Gruppe sich ändern soll, damit das Unternehmensziel erreicht wird. Erst danach kommt die Maßnahme. Wer mit der Maßnahme anfängt, etwa „wir machen jetzt Instagram“, hat am Ende nichts, woran er sie misst.

EbeneVerkaufWerkstattRecruiting
UnternehmenszielGebrauchtwagen schneller verkaufenWerkstatt in ruhigen Monaten auslastenOffene Stelle im Service besetzen
MarketingzielMehr Anfragen je Fahrzeug, die zur Probefahrt führenMehr Termine von Bestandskunden mit fälliger Inspektion oder HUMehr passende Bewerbungen für die Serviceannahme
MaßnahmeNeue Bildfolge und erste Zeilen für Fahrzeugseiten, Anzeige für LangsteherMonatliche Erinnerung aus dem KundenstammJobvideo mit dem Team, Kampagne im Umkreis
Drei Ebenen je Geschäftsfeld im Autohaus

Die Zielformel: sechs Bestandteile

Ein Marketingziel ist vollständig, wenn ein Kollege es lesen und am Monatsende ohne Rückfrage prüfen kann. Dafür braucht es sechs Bestandteile.

  1. Zielgruppe

    Wen soll das Marketing erreichen? So genau wie möglich: Bestandskunden mit Fahrzeugen in einem bestimmten Alter, Familien im Umkreis, Handwerksbetriebe mit Transportern.

  2. Kennzahl

    Was zählst du? Eine Zahl, die im Haus erfasst wird, zum Beispiel Probefahrten, Werkstatttermine aus Erinnerungen oder Bewerbungen für eine Stelle.

  3. Ausgangswert

    Wo stehst du heute? Ohne diese Zahl weißt du später nicht, ob sich etwas verändert hat.

  4. Zielwert

    Wohin willst du? Ehrlich gewählt, mit Blick auf Kapazität: Mehr Werkstatttermine helfen nur, wenn die Werkstatt sie abarbeiten kann.

  5. Frist

    Bis wann? Ein Quartal ist für die meisten Marketingziele ein guter Rahmen, kurz genug, um nachzubessern, ohne Hektik.

  6. Verantwortung

    Wer zählt und berichtet? Ein Name, keine Abteilung.

Ein Beispiel für ein vollständiges Ziel

„Bestandskunden mit fälliger Hauptuntersuchung im Werkstattbereich: Termine aus der monatlichen Erinnerung von heute X auf Y je Monat bis Ende des Quartals. Zählt und berichtet: Serviceleitung.“ X und Y setzt du mit deinen eigenen Zahlen ein.

Zielgruppe je Ziel: wen die Werbung erreichen soll

Der häufigste Fehler in der Autohaus-Werbung ist die Zielgruppe „alle im Umkreis“. Sie ist zu groß für jedes Budget und zu unscharf für jede Botschaft. Jedes Ziel bringt seine eigene Gruppe mit, und oft ist der Kundenstamm die wirksamste.

ZielZielgruppePassender Weg
Langsteher verkaufenMenschen im Umkreis, zu denen das Fahrzeug passt, etwa Familien bei einem KombiAnzeige mit Fahrzeugvideo, Link direkt aufs Fahrzeug
Fahrzeugwechsel anstoßenBestandskunden, deren Fahrzeug in das Alter für einen Wechsel kommtPersönlicher Brief oder Mail mit Einladung zur Probefahrt
Werkstatt füllenBestandskunden mit fälliger Inspektion, HU oder ReifenwechselErinnerung mit Terminvorschlag
Gewerbekunden gewinnenFirmen mit kleinen Fuhrparks im UmkreisListe, Anschreiben, Anruf, Besuch
Stelle besetzenFachkräfte im Umkreis, auch die, die gerade nicht suchenJobkampagne auf Facebook und Instagram mit echten Kollegen
Zielgruppen und Wege je Marketingziel im Autohaus

Mehr Beispiele für Anlässe und Motive sammelt der Beitrag Autohaus-Werbung: Ideen für Verkauf und Werkstatt.

Welche Kennzahl zu welchem Ziel passt

GeschäftsfeldKennzahlWo sie herkommt
VerkaufAnfragequote je Fahrzeug: Anfragen geteilt durch AufrufePortal und Website, wöchentlich notiert
VerkaufProbefahrten je Monat und QuelleKalender oder CRM
WerkstattTermine aus ErinnerungenWerkstattprogramm, Termin mit Vermerk der Quelle
WerkstattAnteil der Käufer, die zum ersten Service ins Haus kommenAbgleich Verkaufs- und Werkstattdaten
RecruitingPassende Bewerbungen und geführte GesprächeBewerbungsliste
BekanntheitAnteil neuer Kunden, die das Haus vorher schon kanntenFrage bei jedem Erstkontakt, Strichliste
Kennzahlen für Marketingziele im Autohaus

Wie sich die Anfragequote je Fahrzeug verbessern lässt, steht im Beitrag Fahrzeuganfragen steigern. Wie Käufer nach dem Kauf in der Werkstatt bleiben, steht im Beitrag Kundenbindung im Autohaus.

Der Ausgangswert: vier Wochen zählen, bevor du ein Ziel setzt

Viele Autohäuser kennen ihre Zahlen nicht, weil niemand sie zusammenträgt. Das ist kein Grund, ohne Ziel loszulegen, sondern ein Grund, vier Wochen lang zu zählen. Lege eine einfache Tabelle an, eine Zeile je Woche, eine Spalte je Kennzahl. Nach vier Wochen hast du einen Ausgangswert, der für das erste Quartal reicht.

  • Fahrzeuganfragen je Woche, getrennt nach Portal, Website, Telefon und Nachricht.
  • Probefahrten je Woche.
  • Werkstatttermine, bei denen der Kunde von einer Erinnerung kam.
  • Bewerbungen je offener Stelle.
  • Bei jedem neuen Kunden: Kannten Sie uns schon vorher, und woher?

Ziele, die keine sind

  • „Mehr Reichweite“: Reichweite ist ein Zwischenwert. Sie sagt nichts darüber, ob jemand eine Probefahrt gebucht hat.
  • „Bekannter werden“ ohne Messpunkt: Wer Bekanntheit will, fragt neue Kunden, ob sie das Haus schon kannten, und zählt.
  • „Tausend Follower bis Jahresende“: Follower zahlen keine Rechnung, außer sie werden Kunden oder Bewerber.
  • „Platz eins bei Google“: Platzierungen schwanken je nach Ort und Suchendem. Zählbar sind Anrufe, Routen und Anfragen.

Der Monatsblick: getrennt zählen, gemeinsam besprechen

Wie getrenntes Zählen in der Praxis aussieht, zeigt die Arbeit mit Hanser & Leiber und dem Donau Autohaus, zwei Häusern, die wir seit vier Jahren begleiten. Beschrieben ist sie auf der Seite Autohaus-Marketing. Über dieselbe Präsenz bei Google, auf der Website und in Social Media kommen dort bis zu zehn Werkstattanfragen und bis zu fünf Anfragen für den Fahrzeugverkauf im Monat, und es sind mehr als dreißig Bewerbungen eingegangen. Drei Zahlen, drei Geschäftsfelder, jede für sich nachvollziehbar.

  1. Eine Tabelle, drei Bereiche

    Verkauf, Werkstatt, Recruiting nebeneinander, je Bereich Ausgangswert, Zielwert und der Wert des Monats.

  2. Eine halbe Stunde im Monat

    Geschäftsleitung, Verkaufsleitung, Serviceleitung. Jeder berichtet seine Zahl, keiner die der anderen.

  3. Eine Entscheidung je Bereich

    Weitermachen, ändern oder stoppen. Mit Namen und Datum.

  4. Quartalsweise neu setzen

    Nach drei Monaten werden Ziele bestätigt oder angepasst, nicht stillschweigend vergessen.

Ziele für dein Autohaus gemeinsam festlegen?

Wir setzen mit dir je Geschäftsfeld ein Ziel mit Zahl und richten die Messung ein.

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Christoph Brinke, Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH

Über den Autor

Christoph Brinke

Gelernter Lackierer, Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm. Er baut für Kfz-Betriebe Marketing, regionalen Vertrieb und Recruiting auf.

Antworten

Häufige Fragen zu Strategie

Welche Marketingziele sind für ein Autohaus sinnvoll?

Getrennte Ziele für Fahrzeugverkauf, Werkstatt und Recruiting. Typisch sind mehr Probefahrten aus Fahrzeuganfragen, mehr Werkstatttermine von Bestandskunden und mehr passende Bewerbungen für offene Stellen. Jedes Ziel braucht eine Zahl, einen Ausgangswert und eine Frist.

Wie formuliere ich ein messbares Marketingziel?

Mit sechs Bestandteilen: Zielgruppe, Kennzahl, Ausgangswert, Zielwert, Frist und eine verantwortliche Person. Ein Kollege soll das Ziel lesen und am Monatsende ohne Rückfrage prüfen können.

Welche Zielgruppe sollte Autohaus-Werbung ansprechen?

Das hängt vom Ziel ab. Für Langsteher sind es Menschen im Umkreis, zu denen das Fahrzeug passt, für die Werkstatt Bestandskunden mit fälligen Terminen, für Recruiting Fachkräfte im Umkreis. „Alle im Umkreis“ ist für jedes Ziel zu ungenau.

Wie oft sollten Marketingziele überprüft werden?

Die Zahlen einmal im Monat in einer kurzen Runde, die Ziele selbst einmal im Quartal. So bleibt Zeit, dass Maßnahmen wirken, und trotzdem fällt früh auf, wenn ein Bereich zurückfällt.

Was ist der Unterschied zwischen Unternehmensziel und Marketingziel?

Das Unternehmensziel beschreibt, was der Betrieb erreichen will, etwa eine bessere Auslastung der Werkstatt. Das Marketingziel beschreibt, welches Verhalten bei welcher Gruppe sich ändern soll, damit das gelingt, etwa mehr Termine von Bestandskunden mit fälliger Inspektion.

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