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Vertrieb

Leasingrückläufer aufbereiten: Wie Karosseriebetriebe vor und nach der Rückgabe Aufträge gewinnen

Jedes Leasingfahrzeug kommt irgendwann zurück. Davor will der Leasingnehmer keinen Minderwert zahlen, danach will der Händler es verkaufen. Beides sind Aufträge.

Christoph BrinkeChristoph Brinke
Geschäftsführer, Smoke and Luck
9 Minuten Lesezeit
Begutachtung eines beschädigten Kotflügels mit Klemmbrett und Taschenlampe – Rückgabe-Check für Leasingrückläufer

Kurz erklärt

Leasingrückläufer sind Fahrzeuge, die nach Ende des Leasingvertrags an den Leasinggeber oder Händler zurückgehen. Für Karosseriebetriebe entstehen zwei Arten von Aufträgen: vor der Rückgabe die Instandsetzung für den Leasingnehmer, damit er keinen Minderwert zahlt, und nach der Rückgabe die Aufbereitung für den Händler, damit das Fahrzeug verkauft werden kann. Typisch sind Smart Repair, Dellen, Felgen und Steinschläge.

Zwei Auftragsquellen in einem Fahrzeug

Bei einem Leasingvertrag mit Kilometerabrechnung prüft der Leasinggeber bei der Rückgabe, ob das Fahrzeug Schäden hat, die über die normale Abnutzung hinausgehen. Für solche Schäden zahlt der Leasingnehmer einen Ausgleich, den sogenannten Minderwert. Was als normale Abnutzung gilt, regeln der Leasingvertrag und der Bewertungsmaßstab, auf den er verweist. Daraus entstehen zwei Gelegenheiten. Vor der Rückgabe hat der Leasingnehmer ein Interesse daran, Schäden günstiger reparieren zu lassen, als er sie bezahlen müsste. Nach der Rückgabe hat der Händler oder Verwerter ein Interesse daran, das Fahrzeug so aufzubereiten, dass es sich gut verkauft. Ein Karosseriebetrieb kann an beiden Stellen der Partner sein.

  • Vor der Rückgabe: Leasingnehmer, privat und gewerblich, wollen Minderwert vermeiden
  • Nach der Rückgabe: Händler und Verwerter wollen verkaufsfertige Fahrzeuge
  • Was als normale Abnutzung gilt, steht im Leasingvertrag

Welche Arbeiten bei Leasingrückläufern anfallen

SchadenTypische LösungWorauf es ankommt
Kratzer und Schrammen am StoßfängerSmart Repair, Spot-LackierungFarbton, saubere Übergänge
Parkdellen ohne LackschadenAusbeulen ohne LackierenErkennen, wann es ohne Lack geht
Bordsteinschäden an FelgenFelgenreparaturEhrliche Aussage, wann Ersatz nötig ist
Steinschläge in der ScheibeReparatur oder TauschGröße und Lage des Schadens
Lackkratzer, matte StellenPolitur, AufbereitungNicht mehr machen als nötig
Innenraum, Gerüche, FleckenInnenaufbereitungSauberes Ergebnis zum festen Preis
Typische Schadenbilder. Welche davon als Minderwert zählen, hängt vom Bewertungsmaßstab des Leasingvertrags ab.

Viele dieser Arbeiten lassen sich mit Smart Repair erledigen, also mit kleinen, punktgenauen Reparaturen statt ganzer Neulackierung. Das ist schneller und günstiger und genau das, was Leasingnehmer und Händler wollen.

Wann sich die Reparatur vor der Rückgabe lohnt

Die ehrliche Antwort ist: nicht immer. Eine Reparatur vor der Rückgabe lohnt sich für den Leasingnehmer nur, wenn sie günstiger ist als der Betrag, den er sonst als Minderwert zahlen würde. Bei einer tiefen Delle in der Tür ist das oft so. Bei einem kleinen Kratzer, der als normale Abnutzung durchgeht, nicht. Genau hier entsteht Vertrauen. Ein Betrieb, der beim Rückgabe-Check auch sagt „das lassen Sie so, das kostet Sie nichts“, wird weiterempfohlen. Wer alles repariert, was er findet, verkauft einmal und dann nie wieder. Bei gewerblichen Kunden mit mehreren Fahrzeugen ist dieser Unterschied besonders wichtig, weil jedes Jahr wieder Fahrzeuge zurückgehen.

  • Reparatur lohnt nur, wenn sie günstiger ist als der zu erwartende Minderwert
  • Was als normale Abnutzung zählt, kostet den Leasingnehmer nichts
  • Ehrliche Beratung bringt Wiederholungsaufträge, vor allem bei Flotten

So läuft ein Rückgabe-Check in deiner Werkstatt

  1. Termin einige Wochen vor der Rückgabe

    Genug Zeit, damit Reparaturen ohne Hektik möglich sind und Teile kommen können.

  2. Fahrzeug gemeinsam ansehen

    Rundgang bei Tageslicht, jeder Schaden mit Foto und kurzer Notiz. Den Leasingvertrag mit dem Bewertungsmaßstab zur Hand nehmen.

  3. Ehrliche Einteilung

    Was lohnt sich zu reparieren, was zählt als normale Abnutzung, was ist knapp. Mit Preis je Position.

  4. Reparatur und Dokumentation

    Nur die freigegebenen Arbeiten, danach Fotos vom Ergebnis, damit der Kunde bei der Rückgabe etwas in der Hand hat.

Wie du an diese Aufträge kommst

Für Aufträge vor der Rückgabe sind Firmen mit geleasten Fahrzeugen die wertvollsten Kunden, weil bei ihnen jedes Jahr Fahrzeuge zurückgehen. Wer bei einem Handwerksbetrieb die Transporter repariert, kann den Rückgabe-Check gleich mit anbieten. Privat-Leasingnehmer erreichst du über Google, Social Media und ein klares Angebot auf deiner Website. Für Aufträge nach der Rückgabe sind Autohäuser und Gebrauchtwagenhändler die Ansprechpartner, oft die Gebrauchtwagenleitung. Sie brauchen feste Preise je Arbeit, damit sie kalkulieren können, und kurze Durchlaufzeiten, weil ein Fahrzeug in der Werkstatt kein Geld verdient.

Was machst du diese Woche?

  1. Ein Angebot formulieren

    Rückgabe-Check mit Foto-Protokoll und Preis je Position, auf einer Seite.

  2. Bestandskunden fragen

    Welche Firmenkunden fahren geleaste Fahrzeuge, wann gehen die nächsten zurück?

  3. Preisliste für Händler

    Feste Preise für Stoßfänger, Smart Repair, Felgen und Innenaufbereitung.

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Christoph Brinke, Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH

Über den Autor

Christoph Brinke

Gelernter Lackierer, Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm. Er baut für Kfz-Betriebe Marketing, regionalen Vertrieb und Recruiting auf.

Antworten

Häufige Fragen zu Vertrieb

Was kostet die Aufbereitung eines Leasingrückläufers?

Das hängt von den Schäden ab, nicht vom Fahrzeug. Eine Politur und Innenreinigung kostet deutlich weniger als Smart Repair an mehreren Stoßfängern oder eine Felgenreparatur. Seriös ist ein Preis erst nach dem Ansehen des Fahrzeugs, am besten mit Preis je Position, damit der Kunde entscheiden kann.

Lohnt es sich, Schäden vor der Leasingrückgabe reparieren zu lassen?

Eine Reparatur vor der Leasingrückgabe lohnt sich, wenn sie günstiger ist als der Minderwert, den der Leasinggeber für den Schaden berechnen würde. Kleine Gebrauchsspuren, die als normale Abnutzung gelten, kosten nichts und müssen nicht repariert werden. Ein Rückgabe-Check einige Wochen vorher zeigt, was sich lohnt.

Was gilt bei der Leasingrückgabe als normale Abnutzung?

Was als normale Abnutzung gilt, regelt der Leasingvertrag und der Bewertungsmaßstab, auf den er verweist. Üblicherweise zählen alters- und laufleistungsgerechte Gebrauchsspuren dazu, während Dellen, tiefe Kratzer, Bordsteinschäden an Felgen oder Brandlöcher im Innenraum als Schaden bewertet werden.

Wie kommt eine Werkstatt an Aufträge für Leasingrückläufer?

Vor der Rückgabe über Firmen mit geleasten Fahrzeugen und Privatkunden, die online nach einem Rückgabe-Check suchen. Nach der Rückgabe über Autohäuser und Gebrauchtwagenhändler, die Rückläufer für den Verkauf aufbereiten lassen. Feste Preise je Arbeit und kurze Durchlaufzeiten sind bei Händlern entscheidend.

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