Kurz erklärt
Viele Autohäuser haben keine eigene Karosserie- und Lackabteilung und vergeben Unfallreparaturen, Gebrauchtwagenaufbereitung und Leasingrückläufer an Partnerbetriebe. Entscheidend sind für sie verlässliche Durchlaufzeiten, ein fester Ansprechpartner, klare Preise und saubere Qualität. Du gewinnst ein Autohaus über persönliche Ansprache, einen ersten Auftrag als Probe und eine schriftliche Vereinbarung.
Warum ist ein Autohaus für deinen Betrieb so wertvoll?
Privatkunden kommen, wenn etwas passiert. Ein Autohaus hat jeden Monat Arbeit: Kundenfahrzeuge mit Unfallschaden, Gebrauchtwagen, die vor dem Verkauf aufbereitet werden müssen, Leasingrückläufer mit Kratzern und Dellen, Vorführwagen mit Parkschäden. Wer als Partnerbetrieb gesetzt ist, bekommt diese Aufträge, ohne jedes Mal neu um sie werben zu müssen.
Dazu kommt ein zweiter Effekt: Die Kunden des Autohauses lernen deinen Betrieb kennen. Wer einmal gut bedient wurde, kommt beim nächsten Schaden oft direkt zu dir. Die Kooperation ist damit nicht nur eine Auftragsquelle, sondern auch ein Weg zu neuen Stammkunden – mehr dazu im Artikel Stammkunden gewinnen.
Welche Autohäuser vergeben Karosserie- und Lackarbeiten?
Vor allem Häuser ohne eigene Karosserie- und Lackabteilung. Das sind häufig kleinere Markenhändler, freie Gebrauchtwagenhändler und Betriebe, die ihre Werkstatt auf Service und Mechanik ausgerichtet haben. Aber auch Häuser mit eigener Lackiererei geben Arbeit ab, wenn die eigene Kapazität nicht reicht – etwa nach einem Hagelunwetter oder vor Saisonbeginn im Gebrauchtwagengeschäft.
| Auftragsart | Wer im Autohaus entscheidet | Worauf es ankommt |
|---|---|---|
| Unfallreparaturen von Kundenfahrzeugen | Serviceleitung | Durchlaufzeit, Kommunikation, Qualität |
| Aufbereitung von Gebrauchtwagen | Gebrauchtwagenleitung | Preis pro Fahrzeug, Tempo, Planbarkeit |
| Leasingrückläufer und Vorführwagen | Gebrauchtwagen- oder Verkaufsleitung | Smart Repair statt Neulackierung, feste Preise |
| Kapazitätsspitzen, etwa nach Hagel | Geschäftsführung oder Serviceleitung | Kurzfristig freie Plätze, Verlässlichkeit |
Die wichtigste Erkenntnis aus der Tabelle: Es gibt im Autohaus nicht den einen Ansprechpartner. Der Serviceleiter denkt an seine Kunden, der Gebrauchtwagenleiter an Standzeit und Marge. Wer beide mit derselben Präsentation anspricht, erreicht keinen richtig.
Was erwartet ein Autohaus von einem Partnerbetrieb?
Verlässliche Durchlaufzeiten
Ein Gebrauchtwagen, der in der Lackiererei steht, verdient kein Geld. Sag Zeiten zu, die du halten kannst – und melde dich, bevor es länger dauert, nicht danach.
Ein fester Ansprechpartner
Das Autohaus will nicht fünf Leute anrufen, um den Stand eines Fahrzeugs zu erfahren. Eine Person, eine Nummer, schnelle Antwort.
Klare Preise
Vor allem bei Gebrauchtwagen: feste Preise oder Preisrahmen für wiederkehrende Arbeiten wie Stoßfänger lackieren, Smart Repair oder Felgen. Das Autohaus muss kalkulieren können.
Saubere Übergabe
Das Fahrzeug kommt so zurück, dass es direkt auf den Hof oder zum Kunden kann: sauber, ohne Abklebereste, mit kurzer Dokumentation der Arbeit.
Auffällig ist, was in dieser Liste fehlt: der billigste Preis. Natürlich spielt der Preis eine Rolle. Aber ein Partner, der zwei Tage länger braucht oder nachbessern muss, ist für ein Autohaus am Ende teurer als einer, der etwas mehr kostet und pünktlich liefert.
Wie sprichst du ein Autohaus an?
Nicht mit einem Flyer im Briefkasten und nicht mit einer Mail an die Info-Adresse. Autohäuser bekommen solche Angebote ständig. Was wirkt, ist die persönliche Ansprache der richtigen Person – mit einem konkreten Vorschlag statt einer Leistungsliste.
Die richtigen Häuser auswählen
Welche Autohäuser in deinem Umkreis haben keine eigene Lackiererei oder sind im Gebrauchtwagengeschäft stark? Ein Blick auf die Website und die Fahrzeugbörsen zeigt, wie viele Gebrauchtwagen ein Haus anbietet.
Den Entscheider herausfinden
Ruf an und frag, wer für die Aufbereitung der Gebrauchtwagen oder für Karosseriearbeiten an Kundenfahrzeugen zuständig ist. Namen notieren.
Kurz vorstellen, Termin vorschlagen
Zwei Sätze: wer du bist, wo dein Betrieb liegt, was du für Autohäuser machst. Dann die Bitte um zehn Minuten vor Ort. Nicht am Telefon verkaufen.
Mit einem Beispiel kommen
Bring Vorher-nachher-Fotos von Arbeiten mit, die zum Haus passen – bei einem Gebrauchtwagenhändler etwa Smart Repair an Stoßfängern. Frag, was bei bisherigen Partnern schiefläuft.
Einen Probeauftrag anbieten
Ein oder zwei Fahrzeuge zu klaren Bedingungen. Das senkt die Hürde, und du zeigst, statt zu versprechen.
Rechne in Monaten, nicht in Tagen. Oft hat das Autohaus einen bestehenden Partner, mit dem es halbwegs zufrieden ist. Deine Chance kommt, wenn dort etwas hakt – und dann muss dein Name bekannt sein. Bleib deshalb nach dem ersten Gespräch in Kontakt, ohne zu drängeln.
Was gehört in eine Kooperationsvereinbarung?
Sobald regelmäßig Aufträge kommen, gehört die Zusammenarbeit auf Papier. Das schützt beide Seiten und verhindert Diskussionen, wenn es einmal eng wird.
- Welche Arbeiten der Partnerbetrieb übernimmt, und zu welchen Preisen oder Preisrahmen
- Zugesagte Durchlaufzeiten und wie Verzögerungen gemeldet werden
- Wer Fahrzeuge bringt und abholt
- Ansprechpartner auf beiden Seiten mit Vertretung
- Gewährleistung und Umgang mit Nacharbeit
- Abrechnung und Zahlungsziel
- Wie Kunden des Autohauses bei dir behandelt und ob sie direkt angesprochen werden dürfen
Tipp
Lass die Vereinbarung von deinem Anwalt oder Steuerberater gegenlesen, bevor du unterschreibst – besonders die Punkte Gewährleistung, Zahlungsziel und Kundenschutz.
Welche Fallstricke solltest du kennen?
- Abhängigkeit: Kommt ein großer Teil deines Umsatzes von einem einzigen Autohaus, verhandelt das Haus irgendwann die Preise. Halte mehrere Standbeine – Privatkunden, Flotten, Agenturen, mehrere Häuser.
- Preisdruck bei Gebrauchtwagen: Aufbereitung ist Mengengeschäft. Rechne vorher genau, ob sich ein Festpreis bei deinen Abläufen trägt.
- Lange Zahlungsziele: Vereinbare klare Fristen, sonst finanzierst du dem Autohaus die Lagerhaltung.
- Spitzen ohne Planung: Wenn das Autohaus nach einem Hagel zehn Fahrzeuge auf einmal bringt, muss klar sein, was du in welcher Zeit schaffst.
Keiner dieser Punkte spricht gegen die Kooperation. Sie zeigen nur, dass eine gute Partnerschaft Regeln braucht – genauso wie die Zusammenarbeit mit Versicherungsagenturen, die nach einem ähnlichen Prinzip funktioniert.
Was machst du diese Woche?
Zehn Häuser auflisten
Alle Autohäuser und Gebrauchtwagenhändler im Umkreis von 20 bis 30 Kilometern, mit Marke und geschätzter Zahl an Gebrauchtwagen.
Drei Namen herausfinden
Ruf bei den drei vielversprechendsten an und frag nach der zuständigen Person für Karosserie- und Lackarbeiten.
Eine Preisliste für Standardarbeiten
Stoßfänger lackieren, Smart Repair, Felgen, Aufbereitung: feste Preise oder Preisrahmen, damit du im Gespräch sofort eine Zahl nennen kannst.
Zehn gute Vorher-nachher-Fotos
Aus deinen letzten Aufträgen, passend zu dem, was Autohäuser brauchen.
Marketing für Autohäuser
Wie Autohäuser selbst Kunden gewinnen – hilfreich, um ihre Sicht im Gespräch zu verstehen.
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Über den Autor
Christoph Brinke
Gelernter Lackierer, Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm. Er baut für Kfz-Betriebe Marketing, regionalen Vertrieb und Recruiting auf.





