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Vertrieb

Partnerwerkstatt werden: Was Netze bringen, was sie verlangen und welche Wege es daneben gibt

Ein Netz bringt Menge, eigene Auftraggeber bringen Spielraum. Was es heißt, Partnerwerkstatt zu werden, und wie du entscheidest, was zu deinem Betrieb passt.

Christoph BrinkeChristoph Brinke
Geschäftsführer, Smoke and Luck
9 Minuten Lesezeit
Fahrzeug auf der Hebebühne einer freien Werkstatt im Gegenlicht – Partnerwerkstatt werden oder eigene Auftraggeber

Kurz erklärt

Partnerwerkstatt werden heißt, sich einem Werkstattnetz anzuschließen, etwa von Versicherern, Leasing- und Fuhrparkdienstleistern, Herstellern oder Glasnetzen. Das Netz leitet Aufträge zu, dafür gelten seine Standards, Abläufe und vereinbarten Konditionen. Ob sich das rechnet, hängt davon ab, wie voll deine Halle ist und welche eigenen Auftraggeber du hast. Viele Betriebe kombinieren beides.

Was eine Partnerwerkstatt ist

Eine Partnerwerkstatt arbeitet vertraglich mit einem Netzbetreiber zusammen, der ihr Aufträge zuleitet. Es gibt verschiedene Arten solcher Netze: Versicherer, die in Kasko-Tarifen mit Werkstattbindung ihre Kunden an Partnerbetriebe verweisen. Leasing- und Fuhrparkdienstleister, die für ihre Kundenflotten Werkstätten auswählen. Hersteller mit Vertragswerkstätten und Servicepartnern. Glas- und Mobilitätsnetze. Gemeinsam ist allen: Der Auftrag kommt nicht, weil der Endkunde dich ausgesucht hat, sondern weil das Netz ihn dir zuweist. Das hat Vorteile und es hat Bedingungen.

  • Versicherer mit Werkstattbindung in bestimmten Kasko-Tarifen
  • Leasing- und Fuhrparkdienstleister für ihre Kundenflotten
  • Hersteller, Glas- und Mobilitätsnetze

Was ein Netz dir bringt

Der größte Vorteil ist Menge, die du nicht selbst gewinnen musst. Für einen Betrieb mit freier Kapazität kann ein Netz die Halle schnell füllen. Dazu kommen klare Abläufe: Der Auftrag kommt mit Schadenmeldung, die Abrechnung läuft über feste Wege, das Geld kommt verlässlich. Für neu eröffnete Betriebe kann ein Netz der schnellste Weg zu Auslastung sein, sofern sie die Voraussetzungen schon erfüllen. Viele Netze verlangen aber Erfahrung, Ausstattung und Nachweise, die ein ganz neuer Betrieb noch nicht hat.

  • Aufträge ohne eigene Akquise
  • Planbare Abläufe und verlässliche Zahlung
  • Schnelle Auslastung, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind

Was ein Netz von dir verlangt

Jedes Netz hat Standards, und die gelten für alle Partner. Das ist kein Vorwurf, sondern der Grund, warum das Netz seinen Kunden eine gleichbleibende Qualität zusagen kann. Du solltest sie nur kennen, bevor du unterschreibst.

BereichTypische Anforderungen
AusstattungLackierkabine, Richtsystem, Diagnose, Kalibrierung von Assistenzsystemen
QualitätZertifizierungen, Audits, Reparatur nach Herstellervorgaben
AbläufeFristen für Rückmeldung und Kalkulation, Fotodokumentation, digitale Schnittstellen
ServiceHol- und Bringdienst, Ersatzmobilität, feste Erreichbarkeit
KonditionenVereinbarte Preise oder Nachlässe für Aufträge aus dem Netz
Allgemeine Übersicht. Die genauen Anforderungen unterscheiden sich von Netz zu Netz und stehen im jeweiligen Partnervertrag.

Wie du richtig rechnest

Ob ein Netz sich lohnt, ist eine Rechenfrage, keine Glaubensfrage. Vergleiche, was ein Auftrag aus dem Netz nach Konditionen und Zusatzaufwand bringt, mit dem, was ein eigener Kunde bringt. Und frag dich, was du mit der Kapazität sonst machen würdest. Ist deine Halle halb leer, kann ein Netzauftrag zu vereinbarten Konditionen besser sein als ein leerer Platz. Ist sie mit eigenen Kunden gut gefüllt, verdrängt der Netzauftrag womöglich einen besseren. Viele Betriebe fahren mit einer Mischung gut: einem Netz als Grundlast und eigenen Auftraggebern für den Rest.

  • Ertrag je Auftrag nach Konditionen und Zusatzaufwand ehrlich ausrechnen
  • Mit der Alternative vergleichen: eigener Kunde oder leerer Platz
  • Anteil eines einzelnen Netzes am Umsatz im Blick behalten

Wie du Partnerwerkstatt wirst

  1. Netze vergleichen

    Welche Netze sind in deiner Region aktiv, und welche passen zu deinen Leistungen: Karosserie und Lack, Glas, Wartung?

  2. Anforderungen anfordern

    Partnerverträge, Ausstattungsliste, Konditionen und Abläufe vor der Bewerbung in Ruhe lesen.

  3. Bewerben

    Über die Partnerseite oder den Außendienst des Netzes. Meist folgt eine Prüfung des Betriebs vor Ort.

  4. Probezeit nutzen

    In den ersten Monaten genau messen, was Aufträge aus dem Netz bringen und was sie kosten.

Mehrere Netze

Ob du in mehreren Netzen gleichzeitig Partner sein kannst, regelt der jeweilige Vertrag. Lies diese Stelle vor der Unterschrift.

Der Weg daneben: eigene regionale Auftraggeber

Ein Netz ist eine Möglichkeit, nicht die einzige. Viele Betriebe bauen sich zusätzlich eigene feste Auftraggeber auf, deren Aufträge zu ihren eigenen Bedingungen laufen: Autohäuser ohne eigene Lackiererei, Firmen mit Fuhrpark und Versicherungsagenturen, deren Kunden nach einem Schaden fragen, wohin sie fahren sollen. Diese Aufträge kommen langsamer, weil du sie selbst gewinnen musst. Dafür bestimmst du Preise, Abläufe und Kundenbeziehung selbst. Je mehr eigene Auftraggeber ein Betrieb hat, desto freier kann er entscheiden, wie viel Netzgeschäft er annimmt.

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Wie das konkret aussieht, steht auf der Seite feste Auftraggeber gewinnen.

Christoph Brinke, Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH

Über den Autor

Christoph Brinke

Gelernter Lackierer, Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm. Er baut für Kfz-Betriebe Marketing, regionalen Vertrieb und Recruiting auf.

Antworten

Häufige Fragen zu Vertrieb

Wie werde ich Partnerwerkstatt einer Versicherung?

Partnerwerkstatt einer Versicherung wird man über eine Bewerbung beim Versicherer oder bei dem Dienstleister, der das Werkstattnetz betreibt. Meist folgen eine Prüfung von Ausstattung und Qualität vor Ort und ein Partnervertrag mit Standards, Abläufen und vereinbarten Konditionen. Die genauen Voraussetzungen unterscheiden sich je Netz.

Was ist eine Werkstattbindung?

Eine Werkstattbindung ist eine Vereinbarung in manchen Kasko-Tarifen: Der Versicherte verpflichtet sich, Kaskoschäden in einer Partnerwerkstatt des Versicherers reparieren zu lassen, und zahlt dafür meist einen niedrigeren Beitrag. Bei Haftpflichtschäden durch einen anderen Unfallbeteiligten kann der Geschädigte die Werkstatt in der Regel frei wählen.

Lohnt es sich, Partnerwerkstatt zu werden?

Das hängt von der Auslastung ab. Bei freier Kapazität kann ein Netz die Halle schnell füllen. Bei einer gut gefüllten Halle verdrängen Netzaufträge zu vereinbarten Konditionen womöglich eigene Kunden. Entscheidend ist der ehrliche Vergleich des Ertrags je Auftrag nach Konditionen und Zusatzaufwand.

Kann ich Partnerwerkstatt in mehreren Netzen sein?

Ob mehrere Netze gleichzeitig möglich sind, regelt der jeweilige Partnervertrag. Viele Betriebe arbeiten mit mehr als einem Netz oder kombinieren ein Netz mit eigenen Auftraggebern wie Autohäusern, Fuhrparks und Versicherungsagenturen. Prüfe die Ausschließlichkeitsklauseln vor der Unterschrift.

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