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Marketing

Laufkundschaft in der Werkstatt: So gewinnst du sie und machst Stammkunden daraus

Laufkundschaft kommt einmal. Ob sie wiederkommt, entscheidet sich in der Annahme und in den Wochen danach.

Christoph BrinkeChristoph Brinke
Geschäftsführer, Smoke and Luck
8 Minuten Lesezeit
Kfz-Werkstatt im Gegenlicht

Kurz erklärt

Laufkundschaft sind Kunden, die ohne feste Bindung in eine Werkstatt kommen, etwa weil sie vorbeifahren oder sie auf Google Maps finden. Smoke and Luck empfiehlt Kfz-Betrieben, Laufkundschaft in drei Schritten zu Stammkunden zu machen: vor Ort und online sichtbar sein, beim ersten Besuch überzeugen und danach mit Erinnerungen, Nachfassen und der Bitte um eine Bewertung in Kontakt bleiben.

Was ist Laufkundschaft und warum ist sie wichtig?

Laufkundschaft sind Kunden, die ohne Termin oder feste Bindung zu dir kommen. Jemand fährt vorbei und sieht dein Schild. Jemand hat ein Warnlicht im Display und sucht auf Google Maps die nächste Werkstatt. Jemand ist neu in der Stadt und hat noch keinen Betrieb. Diese Kunden haben keine Vorgeschichte mit dir. Sie entscheiden in wenigen Minuten, ob sie bleiben.

Viele Werkstätten sehen Laufkundschaft als Zufall. Ist sie aber nicht. Wie viele Menschen spontan zu dir finden, hängt davon ab, wie sichtbar du vor Ort und online bist. Und ob sie wiederkommen, hängt davon ab, was in der Annahme und in den Wochen danach passiert. Laufkundschaft ist der Eingang. Der eigentliche Wert liegt darin, dass aus ihr Stammkunden werden.

Laufkundschaft und Stammkunden gehören zusammen

Den Unterschied zwischen beiden und wie Stammkunden entstehen, haben wir ausführlich im Beitrag Stammkunden gewinnen statt Laufkundschaft jagen beschrieben. Hier geht es um den Weg davor: wie die Laufkundschaft überhaupt kommt und wie du sie hältst.

Wie wirst du vor Ort sichtbar?

Bevor jemand online sucht, sieht er deinen Betrieb vielleicht schon jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit. Die Frage ist, ob er ihn wahrnimmt. Ein verblasstes Schild, ein zugestellter Hof und keine erkennbaren Öffnungszeiten sagen: Hier ist man nicht willkommen. Ein klarer Eingang sagt das Gegenteil.

  • Ein Schild, das man aus dem fahrenden Auto lesen kann: Name und zwei, drei Kernleistungen, mehr nicht
  • Öffnungszeiten gut sichtbar am Eingang, mit Hinweis, ob man ohne Termin vorbeikommen kann
  • Ein Kundenparkplatz, der als solcher erkennbar ist
  • Ein Annahmebereich, den man von außen findet, ohne durch die Werkstatt zu laufen
  • Werkstattwagen und Ersatzwagen mit Beschriftung, die in der Region unterwegs ist

Weitere Möglichkeiten für die Sichtbarkeit vor Ort, von Beschriftung bis Aktion im Ort, findest du unter Offline-Marketing für Kfz-Werkstätten.

Warum entscheidet das Google-Maps-Profil über Laufkundschaft?

Wer unterwegs ein Problem hat, tippt „Werkstatt“ in Google Maps. Er sieht dann eine Handvoll Betriebe mit Sternen, Fotos und Öffnungszeiten. In diesem Moment ist dein Google-Unternehmensprofil dein Schaufenster. Wer hier nicht erscheint oder einen schlechten Eindruck macht, verliert den Kunden, bevor er ihn kennt.

  1. Öffnungszeiten aktuell halten

    Gerade Laufkundschaft fährt los, weil Google „geöffnet“ zeigt. Feiertage und Urlaub immer vorher eintragen.

  2. Leistungen einzeln eintragen

    Wer „Reifenwechsel“ oder „Klimaanlage“ sucht, soll dich mit genau dieser Leistung finden.

  3. Fotos von außen hochladen

    Einfahrt, Schild, Annahme. Der Kunde soll den Betrieb wiedererkennen, wenn er davor steht.

  4. Fragen im Profil beantworten

    Kann man ohne Termin kommen? Gibt es einen Ersatzwagen? Was du dort beantwortest, musst du am Telefon nicht erklären.

Wie Google-Profil, Website und Werbung zusammenspielen, beschreiben wir auf der Seite Kfz-Werkstatt-Marketing.

Wie überzeugst du in der Annahme?

Die Annahme ist der Moment, in dem aus einem Fremden ein Kunde wird. Laufkundschaft kommt oft unter Druck. Das Auto macht ein Geräusch, die Lampe leuchtet, der Termin am Nachmittag wackelt. Wer in dieser Lage ernst genommen wird, merkt sich das. Das hat wenig mit Technik zu tun und viel mit Haltung.

  • Begrüßen, auch wenn gerade viel los ist. Ein kurzes „Ich bin gleich bei Ihnen“ reicht
  • Zuhören, bevor erklärt wird. Was ist passiert, was braucht der Kunde heute noch?
  • Ehrlich sagen, was sofort geht und was nicht. Lieber einen realistischen Termin als ein leeres Versprechen
  • Kosten vorher besprechen, bevor gearbeitet wird
  • Name und Telefonnummer aufnehmen und fragen, ob man sich melden darf

Der letzte Punkt ist der wichtigste. Ohne Kontaktdaten und Einverständnis gibt es keinen zweiten Kontakt. Dann bleibt Laufkundschaft Laufkundschaft.

Welche Fehler vertreiben Laufkundschaft?

Oft ist es nicht die Reparatur, die einen Laufkunden vergrault, sondern alles drumherum. Er hat keine Erfahrung mit dir und achtet deshalb auf Kleinigkeiten. Jede davon entscheidet mit, ob er wiederkommt oder beim nächsten Mal woanders hinfährt.

  • Niemand geht ans Telefon, und es gibt auch keinen Rückruf am selben Tag
  • Google zeigt „geöffnet“, aber das Tor ist zu
  • Der Kunde steht minutenlang in der Annahme, ohne dass ihn jemand anspricht
  • Die Rechnung ist höher als besprochen, und keiner hat vorher angerufen
  • Das Fahrzeug kommt verschmutzt zurück, mit Fingerabdrücken am Lenkrad
  • Nach der Abholung hört der Kunde nie wieder etwas vom Betrieb

Geh diese Liste mit deinem Team einmal durch. Wer ist zuständig, wenn das Telefon klingelt und alle unter dem Auto liegen? Wer pflegt die Öffnungszeiten auf Google? Wer ruft an, wenn der Auftrag teurer wird? Klare Zuständigkeiten lösen die meisten dieser Punkte, ohne dass es Geld kostet.

Wie bleibst du nach dem ersten Besuch in Kontakt?

Der erste Auftrag ist erledigt, der Kunde fährt vom Hof. Bei den meisten Werkstätten endet hier die Beziehung. Dabei ist das der Moment, in dem sie anfangen könnte. Wer sich in den nächsten Monaten zum richtigen Anlass meldet, wird beim nächsten Mal nicht mehr verglichen.

  1. Kurz nachfassen

    Ein paar Tage nach dem Auftrag ein kurzer Anruf oder eine Nachricht: Läuft alles? Das kostet zwei Minuten und bleibt im Gedächtnis.

  2. Erinnern, wenn etwas ansteht

    Hauptuntersuchung, Reifenwechsel, Inspektion. Wenn du weißt, wann es fällig ist, sag rechtzeitig Bescheid.

  3. Saisonal melden

    Vor dem Winter und vor dem Sommer ein Anlass, der zum Fahrzeug passt. Nicht jede Woche, sondern dann, wenn es nützt.

Für Erinnerungen und Nachrichten brauchst du die Einwilligung des Kunden. Frag deshalb direkt in der Annahme, ob und wie du dich melden darfst, und halte das fest. Das schafft auch Vertrauen.

Warum gehört die Bewertung in den Ablauf?

Ein zufriedener Laufkunde ist doppelt wertvoll. Er kommt vielleicht wieder. Und er kann der nächsten Laufkundschaft zeigen, dass sie bei dir gut aufgehoben ist. Das passiert über die Bewertung auf Google. Die meisten zufriedenen Kunden schreiben aber nur, wenn man sie fragt.

  • Bei der Übergabe persönlich fragen, wenn der Kunde zufrieden ist
  • Einen QR-Code an der Kasse und auf der Rechnung, der direkt zum Bewertungsfeld führt
  • Auf jede Bewertung antworten, auch auf Kritik, ruhig und sachlich

So entsteht ein Kreislauf: Gute Bewertungen bringen neue Laufkundschaft über Google Maps. Gute Erfahrungen in der Annahme bringen neue Bewertungen. Und Erinnerungen sorgen dafür, dass aus beiden Stammkunden werden.

Wie sieht der Weg vom Laufkunden zum Stammkunden aus?

SchrittWas passiertWas du tust
Gefunden werdenKunde sieht dich vor Ort oder auf Google MapsSchild, Eingang, vollständiges Profil
Erster BesuchKunde kommt mit einem dringenden AnliegenZuhören, ehrlich planen, Kontakt aufnehmen
NachfassenAuftrag ist erledigtKurz melden, Bewertung erbitten
ErinnernNächster Anlass steht anRechtzeitig Bescheid geben
StammkundeKunde ruft direkt an, statt zu suchenVerlässlich bleiben
Fünf Schritte vom ersten Besuch bis zum Stammkunden

Nicht jeder Laufkunde wird Stammkunde. Er wohnt vielleicht weit weg oder war nur auf der Durchreise. Aber jeder, der in deiner Nähe wohnt und gut behandelt wurde, ist eine echte Chance. Wer diesen Weg als festen Ablauf im Team verankert, gewinnt sie öfter. Mehr dazu, wie wir Werkstätten dabei begleiten, findest du unter Kfz-Werkstatt-Marketing und für die Online-Seite unter Online-Marketing für Kfz-Werkstätten.

Mehr Laufkundschaft, die bleibt?

Wir schauen uns an, wie dein Betrieb vor Ort und online gefunden wird, und was danach passiert.

Kfz-Werkstatt-Marketing ansehen
Christoph Brinke, Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH

Über den Autor

Christoph Brinke

Gelernter Lackierer, Kfz-Sachverständiger, heute Geschäftsführer der Smoke and Luck GmbH in Elchingen bei Ulm. Er baut für Kfz-Betriebe Marketing, regionalen Vertrieb und Recruiting auf.

Antworten

Häufige Fragen zu Marketing

Was bedeutet Laufkundschaft?

Laufkundschaft sind Kunden, die ohne feste Bindung und oft ohne Termin in einen Betrieb kommen. In der Werkstatt sind das zum Beispiel Autofahrer, die vorbeifahren, die nächste Werkstatt auf Google Maps suchen oder neu in der Region sind. Im Gegensatz zu Stammkunden haben sie noch keine Vorgeschichte mit dem Betrieb und entscheiden beim ersten Besuch, ob sie wiederkommen.

Wie gewinnt eine Werkstatt mehr Laufkundschaft?

Eine Werkstatt gewinnt mehr Laufkundschaft, wenn sie vor Ort und online gut sichtbar ist. Vor Ort helfen ein lesbares Schild, erkennbare Öffnungszeiten und ein klarer Eingang. Online entscheidet das Google-Unternehmensprofil mit aktuellen Zeiten, einzeln eingetragenen Leistungen, eigenen Fotos und guten Bewertungen, weil viele spontan über Google Maps suchen.

Wie macht man aus Laufkundschaft Stammkunden?

Aus Laufkundschaft werden Stammkunden, wenn der erste Besuch überzeugt und der Kontakt danach nicht abreißt. In der Annahme zählen Zuhören, ehrliche Planung und Kostenklarheit. Danach helfen ein kurzes Nachfassen, die Bitte um eine Bewertung und rechtzeitige Erinnerungen an Hauptuntersuchung, Reifenwechsel oder Inspektion, sofern der Kunde eingewilligt hat.

Darf eine Werkstatt Kunden an den Reifenwechsel erinnern?

Eine Werkstatt sollte Kunden an Reifenwechsel, Inspektion oder Hauptuntersuchung erinnern, wenn der Kunde dem zugestimmt hat. Am einfachsten fragt man direkt bei der Annahme, ob und auf welchem Weg man sich melden darf, und hält die Antwort fest. Für die genaue rechtliche Ausgestaltung im eigenen Betrieb ist eine Rechtsberatung zuständig, dieser Beitrag ersetzt sie nicht.

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